Zwei Tage Hamburg - Ein Bericht von Schwabe
Am 25. September war’s mal wieder so weit. Der Club Fröhlich hatte zu seinem alljährlichen Tages-Event geladen. Eine kleine Truppe Süchtels fand sich kofferbepackt im Club ein mit guter Laune im Gesicht und Apfelschorle im Koffer.Ins lasterhafte Hamburg ging’s dieses Mal. Reiseleiter Admin setzte mit dem Reiseprogramm, unter anderem Travestie-Cabaret und Reeperbahnbummel voll auf berufliche Fortbildung für die fröhlichen Mädels. Aber der Reihe nach…
Zum Schlürfen des Begrüßungskaffees marschierten unsere weiblichen Begleitungen ein. Schnell war die Bar übervoll mit Reisekoffern und -taschen, so dass sich der eine oder andere unwillkürlich fragte, ob zwei Tage Urlaub ausreichten, oder ob’s doch besser zwei Wochen gewesen wären. Oder war der Koffer in Erwartung der Shoppingtour doch nur halbvoll?
Nachdem der letzte Teilnehmer sich den Fängen der Bahnverspätung entrissen hatte und per Taxi von Düsseldorf nach Wuppertal gejagt war (hat der Fahrer jetzt noch nen Führerschein?), ging’s dieses mal für alle wieder zurück, per Taxi zum Wuppertaler Bahnhof. Dort genossen wir bereits die Qualitäten der Bahn… 15 Minuten Verspätung, die Vorfreude steigt ins Unermessliche.
Als unsere Metall-Rikscha dann endlich da war, verteilten wir uns auf zwei Waggons, Erster Klasse versteht sich. Die Fahrt verlief, sicherlich auch für die anderen Mitreisenden, sehr kurzweilig, die mitgebrachte Reiseverpflegung, Nüsse und Apfelschorle, stimmten auf die folgenden zwei Tage ein. Manche geheimen Wünsche der Mädels lernten wir kennen und verstehen. „Ich will einen Chevapchichi” bedeutete keineswegs: Ich habe Hunger, vielmehr war ein handtaschengroßer Vierbeiner gemeint.
In Hamburg angekommen ging’s dann mit dem Taxi in 10-minütiger Fahrt zum Hotel. Wär´s noch hell gewesen, hätten wir das Hotel vom Bahnhof auch sehen und in drei Minuten hinlaufen können. Aber was soll´s, ein Taxifahrer muss ja schließlich auch leben. Vor dem Hotel wurden uns von Heerscharen von livrierten Pagen erstmal die Koffer entrissen. Edel, edel
Nach Bezug der Zimmer, Entspannungsbad und Aufhübschen für den Abend ging´s zum Diner. Gott sei Dank hatte die Reiseleitung das Menü schon ausgewählt, die Auswahl aus der Weinkarte war bereits schwer genug.
Das Abendprogramm stand dann ganz im Zeichen von bestielten Schönheiten. Travestie-Cabaret im Pulverfass. Wir saßen natürlich ganz vorne, und wurden gerne und häufig ins Programm eingebunden. Sarhos fiel natürlich durch seine Körpergröße auch im Sitzen auf, und musste sich öfter mal einen Spruch gefallen lassen, auch wenn die Hinweise der Darsteller meist wenig hilfreich waren. Wie soll man sich auch von einem Lachanfall beruhigen, wenn man hört: „Sei still Moppelchen, sonst ziehe ich den Stecker”? Einige Strip-Einlagen sorgten dann im weiteren für Aha-Effekte. Die Schönheiten strippten nicht nur mit Stil, sondern hatten am Ende auch noch einen Stiel. Die männlichen Darsteller sorgten dagegen bei uns Süchtels für Minderwertigkeitskomplexe, und bei den Mädels für einen leichten gedanklichen Schmerz vom Unterleib bis hoch zu den Mandeln.
So angeheitert stürzten wir uns dann ins Nachtleben. Nach einigem Suchen fanden wir eine kleine aber feine Discothek, in der wir es uns bis morgens gemütlich machten. Vorher mussten wir uns vor einem anderen Schuppen noch anhören: „Ihr kommt hier nicht rein, zu alt” Die Jungs natürlich, nicht die Mädels. Wenn der Betreiber wüsste… aber wer nicht will hat schon gehabt.
Der nächste Tag begann für den einen oder die andere etwas später. Gesunder Schlaf dauert seine Zeit. Einige machten Stadtbummel, andere genehmigten sich ein spätes Frühstück. Nachmittags ging’s dann zur Fortbildung. Ein Führer zeigte uns die geheimen Ecken der Reeperbahn. Gekürzt werden musste die Tour etwas, da die hohen Absätze der Mädels zwar gut aussahen, aber auf Kopfsteinpflaster eher zu langsamer Fortbewegung geeignet waren. Flache Schuhe waren plötzlich gefragt wie nie.
Apropos Schuhe… beim Anblick des ersten Schuhladens gab’s natürlich kein Halten mehr. Vier Kondensstreifen zeigten Richtung Eingang, und dann wurde erstmal gekramt, probiert und gelechzt
Einen kleinen Teil der Tour begingen die Süchtels dann ohne weibliche Begleitung. Einen Blick in die Herbertstrasse mit ihren Schaufenstern wollten wir doch werfen, unter fachkundiger Aufsicht durch den Reiseleiter. War ja mal ganz interessant anzuschauen, aber Fröhlich hat doch deutlich mehr zu bieten ;-). Der Abstecher dauerte dann auch keine fünf Minuten.
Danach war Stärkung angesagt. Sushi und Häppchen machten fit für den Abend. Vom Tisch ging’s direkt in Schmidt’s Tivoli zu „Pension Schmidt”. Kabarettisten und andere Gestalten gaben sich hier die Klinke in die Hand. Die Show wurde vom NDR aufgezeichnet, und von „fachkundigen Moderatoren” kommentiert. Gott sei Dank saßen diese Moderatoren direkt unter uns, so mussten wir uns deren Gesichter nicht die ganze Zeit anschauen, sondern nur überlegen, ob wir nun Carlo von Tiedemann oder Karl Dall auf die Glatze spucken ;-), und konnten uns derweil ganz auf Ingo Oschmann und den Fürssssst der Finssssternissssssss konzentrieren.
Nach Kultur war was für’s Auge angesagt, es ging um die Ecke ins Dollhouse. Wer denkt, dass es da nur was für´s Auge der Jungs zu sehen gäbe… mitnichten. Die Mädels genossen die Darbietung eines uniformierten Tänzers und steckten ihm mit sichtlicher Begeisterung die Dollars in den String. Es ist doch auch mal schön, entspannt auf der anderen Seite zu stehen
Für die Jungs gab´s natürlich entsprechendes, auch sehr lecker anzusehen
Der Abend ging dann wieder in bereits bekannter Klein-Disco in den Morgen über.
Nach morgendlichem Frühstück (teilweise auf dem Zimmer *lechz*) ging´s am Mittag wieder Richtung Bahnhof, dieses Mal ohne Taxirundfahrt durch Hamburg. Die obligatorische Stunde Verspätung versüßte uns wieder den Service der Bahn, und gegen Abend klang das Wochenende dann wieder bei fröhlichem Kaffee in der Wittensteinstrasse aus.
Es war mal wieder ein unbeschreiblich schönes Wochenende. Wer nicht dabei war, ist selber schuld
Vielen Dank an Eva, Jenny, Jessy, Sina für die schöne Zeit, an alle anderen Fröhlichen Mädels, dass sie zu Hause tapfer die Stellung gehalten haben, und an die Reiseleitung, die mal wieder alle Hebel der Wochenendvergnügung in Bewegung gesetzt hat.